Die besten Tipps mit Checkliste für die 5 Phasen beim Hauskauf

Checkliste für den Hauskauf

Der Hauskauf zählt zu den Mega-Projekten im Leben. Beherzigen Sie die folgenden besten Tipps mit Checkliste, halten Sie vom Start weg alle Fäden in der Hand für einen erfolgreichen Verlauf. So kommen Sie optimal durch alle 5 Phasen beim Hauskauf.

Phase 1: Vorbereitung und Recherche stellen die Weichen

Nähert sich der Bausparvertrag der Zuteilungsreife oder ist das Sparkonto für die Eigenmittel allmählich gut gefüllt, kann die konkrete Suche nach dem eigenen Haus beginnen. Eine ungefähre Vorstellung schwebt den zukünftigen Hausherren in der Regel bereits vor. An der Umsetzung einer strukturierten Recherche hapert es häufig dennoch. Die folgenden Tipps weisen den Weg für einen mustergültigen Start Ihrer Suche:

  • Seriöse Online-Suchagenten aktivieren und regelmäßig Angebote per E-Mail erhalten
  • Die bevorzugte Wohngegend besuchen und das Gespräch suchen mit Anwohnern
  • Im örtlichen Supermarkt Inserate ans Schwarze Brett hängen
  • Suchanzeigen aufgeben in der regionalen Tageszeitung und in Wochenblättern

Parallel zur Recherche sollte eine dezidierte Ermittlung der finanziellen Möglichkeiten erfolgen. Hierzu zählt beispielsweise die Führung eines Haushaltsbuches. Darüber hinaus gehört der Blick auf die aktuelle Zinsentwicklung zur täglichen Routine.

Checkliste Phase 1

  1. Favorisierte Wohngegend erforschen hinsichtlich Infrastruktur
  2. Bekannte und Freunde informieren
  3. Online-Immobilienportale inserieren
  4. Immobilienanzeigen in Tages- und Wochenzeitungen studieren
  5. Eigene Inserate aufgeben
  6. Haushalts-Budget erstellen
  7. Finanziellen Spielraum ermitteln
  8. Maximalen Kaufpreis einschließlich aller Nebenkosten errechnen
  9. Zinsentwicklung verfolgen
  10. Fachberater konsultieren
  11. Alle Schritte mit Ruhe und Gelassenheit angehen

Mit einem Haus kaufen Sie immer auch eine Nachbarschaft mit ein. Führen Sie schon frühzeitig freundliche Gespräche mit Ihren zukünftigen Nachbarn. Die schönste Immobilie verliert dramatisch an Lebensqualität in Nachbarschaft zu einem Grill-verabscheuenden Rechtsanwalt oder Dauer-übenden Schlagzeuger.

Phase 2: Der Besichtigungstermin verleiht Träumen Hand und Fuß

Damit sich das Traumhaus nach dem Kauf nicht in einen Alptraum verwandelt, können Sie im Rahmen eines Besichtigungstermins nicht kritisch genug sein. Da beim Erwerb einer gebrauchten Immobilie der Grundsatz gilt ‚Gekauft wie besichtigt‘, sollten es mindestens 2 Personen sein, die das Objekt mit Argusaugen unter die Lupe nehmen. Sofern ein Makler vom Verkäufer eingeschaltet ist, empfehlen wir eine schriftliche Regelung hinsichtlich der Provisionshöhe im Vorhinein.

  • Einen Besichtigungstermin grundsätzlich bei Tageslicht anberaumen
  • Bei erkennbarem Modernisierungsbedarf einen weiteren Termin in Begleitung eines Handwerkers vereinbaren
  • Die nähere Umgebung in die Begehung mit einbeziehen

Behalten Sie während der Begehung einen kühlen Kopf und prüfen jede Aussage des Verkäufers oder Maklers kritisch nach. Lehnen Sie einen Termin als ‚Open House‘ ab, da er einzig zur Erzeugung von Konkurrenzdruck unter den Kaufinteressenten dient und bestehen auf einem Allein-Termin.

Checkliste für Besichtigungstermine

  1. Vor dem Termin Maklerprovision verhandeln und schriftlich fixieren
  2. Mitnehmen: Fotoapparat, Zollstock, Notizbuch, Stift
  3. Zustand des Dachs prüfen
  4. Beschaffenheit der Fassade prüfen
  5. Dämmung in Augenschein nehmen
  6. Alter und Zustand der Heizungsanlage
  7. Keller: Größe, Anschlüsse, Feuchtigkeit, Belüftung, Abstellflächen
  8. Qualität der Fenster, Alter, Funktionalität
  9. Wasserversorgung prüfen, Warmwasseraufbereitung, Wasserdruck
  10. Zustand der Fußböden
  11. Beschaffenheit des Badezimmers
  12. Raumaufteilung im ganzen Haus bewerten

Phase 3: Die Haus-Finanzierung als Dreh- und Angelpunkt

Ein erfolgreicher Hauskäufer ist immer auch ein geübter Multi-Tasking-Künstler. Bereits während Sie sich auf der Suche nach den eigenen vier Wänden befinden, läuft die Strukturierung der Haus-Finanzierung parallel. Die Zahlen der privaten Einnahmen und Ausgaben sollten in Fleisch und Blut übergegangen und die aktuelle Zinsentwicklung geläufig sein. Die folgenden Tipps weisen den Weg zur idealen Finanzierung:

  • Einen unabhängigen Berater zu Rate ziehen im Hinblick auf die Nutzung möglicher Fördermittel
  • Sich ohne Scheu auch an fremde Banken zwecks Einholung von verschiedenen Angeboten wenden
  • Kein Angebot akzeptieren ohne die Möglichkeit kostenloser Sondertilgungen
  • Alle denkbaren Darlehensformen gründlich studieren
  • Offen sein für alternative Finanzierungsformen, z. B. über die Kommunen oder Kirchen
  • Jeden Fachbegriff so lange erklären lassen, bis keine Fragen mehr offen sind

Lassen Sie sich von keiner Seite unter Zeitdruck setzen. Kaufen Sie beispielsweise kein Haus, beim dem Sie Kompromisse eingehen, weil das Zinsniveau ansteigt. Mit einem Forward-Darlehen sichern Sie sich die günstigen Zinsen ebenfalls und suchen in aller Ruhe weiter nach Ihrem Traumhaus.

Checkliste für die Finanzierung

  1. Alle Kosten ermitteln einschließlich Nebenkosten
  2. Haushaltsplan erstellen mit allen zukünftigen laufenden Nebenkosten
  3. Verschiedene Finanzierungsangebote einholen
  4. Angebote der Kreditinstitute von einem unabhängigen Spezialisten prüfen lassen
  5. Fördermöglichkeiten abchecken, z. B. KfW
  6. Laufzeit begrenzen bis Beginn des Rentenalters
  7. Sondertilgungen in Kreditverträgen vereinbaren
  8. Mögliche Anschlussfinanzierungen untersuchen
  9. Zinsbindungsfrist auf die Zinsentwicklung abstimmen
  10. Reserve für Notfälle zurücklegen

Phase 4: Der Kauf – Termine in der richtigen Reihenfolge

Ist das ultimative Haus gefunden und die Entscheidung über die Finanzierung gefallen, tun sich weitere Fragen auf. Jetzt geht es um den konkreten Ablauf des Hauskaufs, denn eine falsche Terminwahl kann durchaus unangenehme Folgen nach sich ziehen. So hat ein Antrag auf Fördermittel der KfW-Bank nur dann Aussichten, wenn noch kein Kaufvertrag unterschrieben wurde. Die folgenden Tipps zeigen auf, worauf besonders zu achten ist:

  • Auf keinen Fall den Kaufvertrag unterschreiben ohne schriftliche Finanzierungszusage der Bank
  • Vorbesprechungstermin beim Notar wahrnehmen und sich alle Einzelheiten erläutern lassen
  • Keine Zahlungen leisten, ohne dass der Notar Ihnen das OK dafür gibt

Sollte der Hauskauf mit Wartezeiten verbunden sein, achten Sie im Vorfeld darauf, dass keine Bereitstellungszinsen anfallen. Diese Nebenkosten der Finanzierung fallen an, wenn die Bank das Darlehen bereitgestellt hat und Sie es aus bestimmten Gründen nicht abrufen. Zu diesem Zweck wird bei Vertragsabschluss eine Bereitstellungszinsen-freie Zeit vereinbart. Andernfalls werden Sie mit 0,25 Prozent Zinsen pro Monat zur Kasse gebeten.

Checkliste für den terminlichen Ablauf

  1. Im Grundbuch Einsicht nehmen hinsichtlich Vorlasten
  2. Baulastenverzeichnis im Bauamt prüfen
  3. Langfristige Baupläne im Bauamt einsehen
  4. Endgültigen Kaufpreis verhandeln
  5. Darlehensantrag verhandeln und unterschreiben
  6. Schriftliche Finanzierungszusage der Bank abwarten
  7. Kaufvertrag prüfen (sollte 2 Wochen vor dem Termin vorliegen)
  8. Notartermin für die Unterschrift des Kaufvertrages erst vereinbaren nach Zusage der Finanzierung

Phase 5: Absicherung rundet Hauskauf sinnvoll ab

Damit das Glück im Eigenheim keinen Dämpfer bekommt, schaffen umsichtige Vorkehrungen ein Höchstmaß an Sicherheit. Hierzu zählen Versicherungen für den Fall der Berufsunfähigkeit und gegen die negativen Folgen von Naturgewalten oder Vandalismus. Da sich die Finanzierung einer Immobilie 20 Jahre und länger hinziehen kann, sollten alle denkbaren Unwägbarkeiten abgefedert werden. Die folgende Checkliste zeigt auf, welche Maßnahmen in Betracht kommen:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung, damit das Haus bei Berufsunfähigkeit erhalten bleibt
  • Hausrat- und Haftpflichtversicherung aktualisieren
  • Risikolebensversicherung zur Absicherung der Familie im Todesfall
  • Gebäudeversicherung
  • Sparvertrag für Instandhaltungs-Rücklagen
  • Vorsorgevollmacht mit notarieller Beglaubigung

Viele Hausbesitzer sind den Empfehlungen gefolgt und haben eine Vorsorgevollmacht erstellt. Weniger bekannt ist in diesem Zusammenhang, dass die Handlungsmöglichkeiten des eingesetzten Bevollmächtigten in Bezug auf eine Immobilie eingeschränkt sind, wenn die notarielle Beglaubigung auf der Vorsorgevollmacht fehlt. In einigen Bundesländern, wie Bayern, ist die Beglaubigung der Betreuungsbehörde der notariellen Beurkundung gleichgestellt.

Ist die Traumvilla gefunden, aber noch einen Tick zu teuer, kommt es auf ein feinfühliges Verhandlungsgeschick an. Um Ihre Aussichten auf einen Preisnachlass abschätzen zu können, werfen Sie doch einmal einen Blick auf die Dauer des Angebotes und die Anzahl der Interessenten. Steht die Immobilie schon seit Monaten zum Verkauf und sind keine weiteren Interessenten in Sicht, stehen die Chancen auf einen günstigeren Kaufpreis gut.