Welche staatliche Förderung unterstützt den Hausbau?

Förderung für das eigene Haus

Um den Bau eines Eigenheims finanziell zu stemmen, steht ein breit gefächertes Spektrum an Fördermitteln bereit. Erfahren Sie hier, welche staatliche Hilfen einen wertvollen Beitrag leisten zur Optimierung Ihrer Baufinanzierung.

Welche Subventionen sind von der KfW-Bank zu erwarten?

Groß war der Schock, als in 2006 die staatliche Eigenheimzulage von der Großen Koalition gekippt wurde. Damit brach eine der tragenden Säulen in der Unterstützung angehender Bauherren weg. Die staatliche Förderung im Hausbau hat sich seither entwickelt zu einem vielgestaltig angelegten Reigen der unterschiedlichsten Programme. Federführend in der Verteilung auf Bundesebene ist dabei die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die folgenden Fördermittel greifen dem Häuslebauer unter die Arme:

KfW Programm 153 – Energieeffizientes Bauen

Den rasant ansteigenden Energiekosten kann nur mit gezielten Maßnahmen in der Energieeffizienz entgegengewirkt werden. Wer als Bauherr auf die Verwendung technischer Mittel setzt, um den Energieverbrauch und den CO2 Ausstoß zu reduzieren, erhält Im Rahmen des KfW Programms 153 staatliche Unterstützung bei der Finanzierung. Mit diesen Konditionen leistet der Bund einen Beitrag zur Kostenreduzierung:

  • Maximaler Kreditbetrag je Wohneinheit: 50.000 Euro (ab 04/16 100.000 Euro)
  • Wahlweise Laufzeiten von 4 bis 30 Jahren
  • Aussetzung der Tilgung möglich von 1 bis 5 Jahren
  • Abschluss als endfälliges Darlehen möglich mit einer Laufzeit von 10 Jahren
  • Zuschuss zur Tilgung von 2.500 bis 5.000 Euro
  • Kostenlose Sondertilgungen jederzeit möglich

Der herausragende Vorteil beruht in einem vergünstigten Zinssatz, der konsequent unterhalb des aktuellen Marktzinssatzes liegt. Als nachteilig dürfte zu bewerten sein, dass die staatliche Förderung bereits nach der ersten Sollzinsbindung endet. Sofern Zinsbindung und Laufzeit differieren, unterbreitet die KfW-Bank Ihrer Hausbank ein Prolongationsangebot. Dessen Konditionen unterliegen freilich nicht mehr der staatlichen Hilfe.

KfW Programm 124 – Finanzierung selbst genutzten Wohnraums

Ein Hausbau nach energieeffizienten Standards ist längst nicht für jedes Budget zu realisieren. In diesem Fall springt das KfW Programm 124 in die Bresche und offeriert staatliche Fördermittel für sämtliche Aufwendungen rund um den Neubau eines Eigenheims. Sie profitieren von folgenden Konditionen:

  • Höchst möglicher Kreditbetrag: 50.000 Euro
  • Flexible Laufzeiten zwischen 4 und 35 Jahren
  • Zinsbindung in Tranchen von 5 oder 10 Jahren
  • Auf Wunsch Tilgungsaussetzung von 1 bis 5 Jahren
  • Sondertilgung nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung
  • Kein Zuschuss zur Tilgung

Dieses staatliche Förderprogramm hat sich bestens etabliert als praktischer Baustein innerhalb einer komplexen Baufinanzierung. Dank der langen Laufzeiten sind kleine Raten möglich, mit denen beispielsweise das Baugrundstück, die Kaufnebenkosten oder Erschließungskosten zu bewältigen sind. Den Bau von Ferienwohnungen oder -häusern unterstützt diese staatliche Beihilfe indes nicht.

Beispielrechnung

Um die Vorteile von KfW 153 gegenüber einem klassischen Annuitätendarlehen zu verdeutlichen, stellt die folgende Tabelle eine Beispielrechnung vor. Ein Bauherr nimmt für die Erstellung eines Energieeffizienz-Hauses 40 mit einer Wohneinheit den Höchstbetrag von 50.000 Euro in Anspruch mit einer Zinsbindung von 20 Jahren.

  Annuitätendarlehen KfW 153 Darlehen
Finanzierungssumme 50.000 Euro 50.000 Euro
Zinsbindung 20 Jahre 20 Jahre
Zinssatz 1,60 % 1,10 %
Anfängliche Tilgung 3,00 % 3,00 %
Monatliche Rate 192 Euro 171 Euro
Zinsen gesamt 10.672 Euro 7.461 Euro
Tilgungszuschuss 0 Euro 5.000 Euro
Restschuld 14.672 Euro 11.461 Euro
Gesamtaufwand 60.672 Euro 52.461 Euro
Vorteil KfW   8.211 Euro

Neben der Zinseinsparung dank des um 0,5 Prozent günstigeren Satzes, macht sich am Ende der Zinsbindung der Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro zusätzlich bemerkbar. Da diese Hilfe dem Darlehenskonto unmittelbar gutgeschrieben wird, verkürzt sich die Laufzeit für die Restschuld. Allerdings ist der Darlehensnehmer gezwungen, sich nach 20 Jahren mit den marktüblichen Konditionen zufriedenzugeben, da die staatliche Förderung nach dieser einen Zinsbindung ausläuft.

Wie bringt das Land den Hausbau voran?

Die KfW-Bank ist zukünftigen Bauherren seit Jahrzehnten ein Begriff für staatliche Bauförderung. Weniger bekannt sind gleichartige Aktivitäten der ländereigenen Förderbanken. Hier werden immer neue Programme aufgelegt, die gezielt auf regionale Gegebenheiten ausgerichtet sind. Die NRW-Bank beispielsweise leistet staatliche Hilfe für junge Familien und Behinderte, um finanzielle Hürden beim Hausbau zu reduzieren.

Das Land Bayern greift gezielt einkommensschwachen Familien mit staatlichen Programmen unter die Arme, damit diese den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen können. Bei den Länderbanken stehen darüber hinaus ebenfalls staatliche Finanzierungshilfen bereit, um im privaten Hausbau Energiesparmaßnahmen voranzutreiben. Ein Vergleich mit den Leistungen der KfW-Bank lohnt sich auf jeden Fall.

Tipp: Vollkommen ohne Eigenkapital funktioniert auch die staatliche Förderung im Hausbau nicht. Hapert es an baren Eigenmitteln, erkennen die KfW-Bank und die Länderbanken ersatzweise Eigenleistungen bis zu 15 Prozent der Kreditsumme an. Handwerklich begabte Bauherren füllen auf diese Weise ganz unkompliziert bestehende Lücken im Eigenkapital.

Mit welchen Finanzspritzen fördern die Kommunen den Hausbau?

In ganz Deutschland geben Städte und Gemeinden attraktiv gelegene Neubaugebiete im Bebauungsplan frei. Bemüht um den Zuzug junger Familien, werden die Grundstückspreise in der Regel am unteren Level angelegt. Darüber hinaus werben die Kommunen mit Zuschüssen und vergünstigten Darlehen für den Hausbau in ihrer Region. Wie die folgenden Beispiele verdeutlichen, baut so mancher Bürgermeister gerne mit an Ihrem Eigenheim:

  • Steyerberg (Hessen): Zuschuss in Höhe von 15 % zum Kaufpreis eines gemeindeeigenen Grundstücks
  • Hameln (Hessen): Baudarlehen von 10.000 Euro zuzüglich 1.250 Euro für jedes Kind unter 18 Jahren
  • Greifswald (Brandenburg): Preisnachlässe bis zu 15 % beim Erwerb städteeigener Baugrundstücke
  • Hochkirch (Sachsen-Anhalt): Für jedes Kind 2 Euro Preisnachlass je Quadratmeter Bauland innerhalb spezieller Gebiete

Beschränken Sie Ihre Recherche nicht auf die Datenbanken des Internets. In ländlichen Regionen erhalten Sie sehr viel ausführlichere Informationen im persönlichen Kontakt zum Gemeindeamt oder der Stadtverwaltung.

Wie stärkt Wohn-Riester Bauherren den Rücken?

Das umfangreiche staatliche Riesterprogramm zur Altersvorsorge enthält unter anderem die Komponente Wohn-Riester. Hierbei handelt es sich um eine steuerfinanzierte Förderung zur Schaffung von selbst genutztem Wohnraum. Ins Leben gerufen wurde die staatliche Förderung für Bauherren, die bis ins hohe Alter die Immobilie bewohnen wollen. Die beliebteste Variante ist in diesem Zusammenhang der Riester-Bausparvertrag, der wie folgt konzipiert ist:

  • Die Sparrate fließt in einen Bausparvertrag, bis dieser seine Zuteilungsreife für das zinsgünstige Darlehen erreicht hat
  • Staatliche Zuschüsse erhöhen das Guthaben während der Anspar- und Tilgungsphase
  • Wer mindestens 4 Prozent seines Einkommens pro Jahr einzahlt, erhält 154 Euro als Single, bzw. 308 Euro als Ehepaar
  • Für jedes Kind erhöht sich die staatliche Zulage um 185 Euro bzw. 300 Euro pro Jahr
  • Gefördert werden zudem Kombiverträge aus einem Vorausdarlehen und einem Riester-Bausparvertrag
  • In der jährlichen Einkommensteuererklärung können bis zu 2.100 Euro der Ansparung geltend gemacht werden.

Sparen Sie in anderen Riester-Verträgen für Ihre Altersvorsorge, können die Guthaben seit 2014 für die Finanzierung eines Hausbaus verwendet werden. Wichtig zu beachten ist, dass sämtliche Darlehen im Zusammenhang mit Riester-Zulagen bis zum 68. Lebensjahr getilgt sind. Ansonsten entfallen staatliche Zulagen, sodass Sie im Rentenalter auf einen unvorteilhafteren Kredit umsteigen müssen.

Gewährt die Kirche beim Hausbau mehr als spirituellen Beistand?

Die Kirchen in Deutschland unterstützen Familien und Behinderte ihrer Glaubensgemeinschaften aktiv beim Bau eines Eigenheims. Das gilt sowohl für die katholischen Bistümer als auch für die evangelischen Landeskirchen. Richten Sie als angehender Bauherr daher nicht nur den Blick auf staatliche Fördermittel, sondern sprechen Sie mit Ihrer Kirche. So sind zinsvergünstigte bis zinslose Darlehen längst keine Ausnahme mehr, ebenso wie satte Ermäßigungen auf den Erbbauzins beim Erwerb von Grundstücken.

tipp: Staatliche Förderprogramme sind in der Regel flexibel miteinander kombinierbar. Das gilt beispielsweise für die Programme der KfW-Bank und der Förderbanken der Länder mit Mitteln der Kommunen und der Kirchen. So spricht nichts dagegen, mit KfW 153 und 124 ein Energieeffizienz-Haus auf einem Erbbaugrundstück der Kirche zu errichten. Das Potenzial kreativer Gestaltungsvarianten steigt proportional zum Informationsstand des angehenden Bauherren.

Gibt es staatliche Subventionen und Arbeitgeber-Zuschüsse?

Paradebeispiel für die staatliche Förderung im Hausbau ist nach wie vor die Arbeitnehmersparzulage in Verbindung mit der Wohnungsbauprämie. Zumeist fließen diese Zuschüsse in einen Bausparvertrag, wo sie mit der vermögenswirksamen Leistung des Arbeitgebers und der eigenen Sparrate im Laufe der Jahre eine erstklassige finanzielle Basis schaffen für den Hausbau.

Abgesehen von der freiwilligen, vermögenswirksamen Leistung des Arbeitgebers, sind die staatlichen Wohltaten an Einkommensgrenzen gebunden. Die folgende Übersicht gibt näheren Aufschluss:

Jährliche Zuschüsse Alleinstehend Verheiratet (1 Arbeitnehmer) Verheiratet (2 Arbeitnehmer)
Arbeitnehmersparzulage:      
Höchstbetrag vermögenswirksame Leistung 470 Euro 470 Euro 940 Euro
Staatliche Förderung 9 % der vL 9 % der vL 9 % der vL
Maximale staatliche Förderung 43 Euro 43 Euro 86 Euro
Einkommensgrenze 17.900 Euro 35.800 Euro 35.800 Euro
       
Wohnungsbauprämie:      
Geförderter Sparbeitrag über vL hinaus 512 Euro 1.024 Euro 1.024 Euro
Staatliche Förderung pro Jahr 8,8 % (Einzahlungen ohne VL) 8,8 % (Einzahlungen ohne VL) 8,8 % (Einzahlungen ohne VL)
Maximaler Zuschuss 45,06 Euro 90,11 Euro 90,11 Euro
Einkommensgrenze 25.600 Euro 51.200 Euro 51.200 Euro

Fazit

Die staatliche Förderung im Hausbau ist heute nicht mehr so unkompliziert, wie zu Zeiten der Eigenheimzulage. Dessen ungeachtet stehen zukünftigen Bauherren vielfältige Subventionen aus den unterschiedlichsten Quellen zur Verfügung. Wer zu dem entsprechenden Rechercheaufwand bereit ist, wird nicht nur staatliche Hilfen entdecken. Bund, Länder und Gemeinden leisten ebenso einen Beitrag, wie die Kirchen oder Ihr Arbeitgeber. Bei einer strategisch ausgeklügelten Kombination kommen auf diese Weise für Ihre Baufinanzierung rasch mehrere Tausend Euro zusammen.